Reiche~1

Burg Reichenstein über Trechtingshausen

Die Burg wird 1213 erstmalig urkundlich erwähnt. Das Gebiet vom linken Naheufer bis hinab nach Niederheimbach wurde wahrscheinlich durch eine frühere kaiserliche Schenkung der Abtei Komelimünster bei Aachen vermacht. Die Abtei besetzte die Burg mit Verteidigern, die den ritterlichen Familien des unteren Rheingaues angehörten. Der erste Vogt auf Reichenstein war der Ritter Gerhard von Bingen. Er war ein wilder, gewalttätiger Mensch und beraubte Piler und Kaufleute. Der Konvent von Komelimünster wurde zum Einschreiten veranlaßt, und mit Hilfe des Erzbischofs von Mainz wurde die eigene Burg belagert. Gerhard Rheinbot von Bingen übergab die Burg und erhielt freien Abzug. Nach etlichen Jahren der Ruhe ging das Rauben weiter, und der Rheinische Städtebund griff zur Selbsthilfe. Unter Führung von Arnold Walpode wurde die Burg 1253 in Brand gesetzt. Anschießend wurde Reichenstein von den Pfalzgrafen Rudolf und Ludwig wieder aufgebaut. 1282 wurde die Burg von Rudolf von Habsburg zerstört. 1344 wurde Reichenstein von dem Kurfürsten von Mainz erneut aufgebaut. 1689 zerstörten die Franzosen die Burg. Um 1900 wurde Reichenstein von privater Seite wiedererrichtet. Heute erhält sie eine bemerkenswerte Geweih- und Waffensammlung.